Katarzyna Königer wird Teil der Geschäftsführung des Montessori Bildungshauses

Seit dem 5. April hat unser Bildungshaus eine veränderte Leitungsstruktur. Katarzyna Königer verantwortet als neues Mitglied der Geschäftsführung die Kernbereiche Personal, Kommunikation und Organisationsentwicklung. An ihrer Seite bleibt Michael Brigant für unsere Finanzen zuständig. Im Interview verrät Kata, was ihr wichtig ist und wie sie es anpacken möchte. Kata vor der Schule

Deine neue Rolle am Bildungshaus ist sehr exponiert. Wie war dein Start als Geschäftsführerin?
Es ist ein spannender Prozess, und ich bin immer noch mittendrin. Es gibt viele und vielschichtige Themen an unserem Bildungshaus. Immerhin sind wir ein mittelständisches Unternehmen mit rund 140 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und einem Etat von fast 7 Millionen Euro. Wir haben mit den beiden Kinderhäusern, der Schule und dem neuen Weiterbildungsinstitut im Grunde vier „Betriebe“ mit unterschiedlichen Abläufen. Das sorgt für komplexe Aufgaben. Ich bin gut dabei, diese gemeinsam mit dem ganzen Team zu durchdringen. Dabei hilft mir auch, dass meine beiden Kinder am Bildungshaus sind und dass ich mich bereits in verschiedenen Rollen engagiert habe. Ich freue mich jeden Tag aufs Neue, die vielen auf unterschiedliche Weise sehr engagierten Menschen an unserem Bildungshaus zu erleben.

Neue Schulleitung, neue Geschäftsführung, neue Aufgabenteilungen: Das ist sehr viel Veränderung auf einmal…
Das stimmt. Und sehr viele Veränderungen auf einmal fallen Menschen manchmal schwer. Die anfängliche Unsicherheit haben wir im Blick, und ich habe das sichere Gefühl, dass die Grundstimmung deutlich entspannter ist. Es ist ruhiger geworden. Michael und mir war es auch ganz wichtig, auf diese Unsicherheiten ruhig und umsichtig einzugehen und möglichst alle abzuholen. Ich bringe Berufserfahrung aus einem Konzern mit und weiß: Veränderungen bringen immer Herausforderungen mit sich. In großen Unternehmen sind sie so gut wie immer durch Kosten getrieben. Der feine Unterschied bei uns ist: Wir achten natürlich auch auf unsere Kosten, wollen uns aber aus inhaltlichen Gründen verändern. Es geht am Bildungshaus um einen klaren Auftrag, den wir von den Eltern bekommen haben. Wir dürfen ihre Kinder begleiten auf dem Weg zu selbstständigen und motivierten jungen Menschen und heben uns dabei von klassischen Schulen ab. Das schaffen wir – gemeinsam.

Welche Vorteile bringt die neue Trennung von Schulleitung und Geschäftsführung?
Die Schule ist in unserem Bildungshaus wie gesagt nur einer von vier verschiedenen Bereichen. Als Geschäftsführerin des Bildungshauses kann ich besser den Blick für das Gesamtsystem behalten und meine Aufmerksamkeit übergreifend in alle Bereiche stecken. Und Kirsten Landgraf kann sich in der neuen Konstellation ganz auf ihre Rolle der Schulleiterin konzentrieren. Ich bin überzeugt, dass wir insgesamt damit schneller und gezielter vorankommen.

Welche Schwerpunkte sind dir in den nächsten Wochen und Monaten wichtig und was ist deine langfristige Vision für das Bildungshaus?
Zurzeit steht das Thema Digitalisierung auf unserer Agenda im Vordergrund. Digitale Medien, kompetent eingesetzt, eröffnen völlig neue Möglichkeiten passgenauen, binnendifferenzierenden Lehrens und Lernens – der Kern unserer Pädagogik. Fördermittel gibt es im Rahmen des Digitalpaktes bis Mai 2023 – deshalb drücken wir da jetzt auch etwas auf die Tube.

Langfristig möchte ich das Bildungshaus insgesamt weiterentwickeln. Wir haben ein wunderbares Haus und das Potenzial, zu einem Leuchtturm zu werden. Dafür dürfen wir nun gemeinsam die nächsten Schritte machen. Das sind zum Beispiel die Optimierung der Übergänge zwischen Kinderhaus und Schule, sowie die Weiterentwicklung der Mittel- und Oberstufe. Das erfordert etwas Mut. Aber ich bin überzeugt, dass wir alle und vor allem unsere Schüler und Schülerinnen davon profitieren werden. Wir wollen die Gemeinschaft im Bildungshaus fördern, eine starke Gemeinschaft, die zusammen an einem Strang zieht – dazu gehören für mich auch ganz klar die Eltern als Bildungspartner. Und zu guter Letzt will ich mit dem Ausbau unseres vierten Betriebes, dem Weiterbildungsinstitut, die Vorteile der Montessori-Pädagogik in die Welt tragen.

Bevorzugst du kurze Entscheidungswege oder gemeinsame Entscheidungen?
Grundsätzlich gemeinsame Entscheidungen – aber mir ist bewusst, dass nicht immer alle zu 100 Prozent einer Meinung sind. Und das ist ja auch gut so – denn nur durch verschiedene Sichtweisen ist ein Perspektivwechsel möglich, und diese Meinungsvielfalt befördert kreative Entscheidungsprozesse. Uns ist es wichtig, im Bildungshaus ein Grundvertrauen zu schaffen, dass wir als Geschäftsführung die Dinge gezielt voranbringen und zu Ende bringen. Auch wenn wir mal was entscheiden, obwohl nicht alle komplett überzeugt sind, haben wir doch alle gehört und dann nach bestmöglicher Gewichtung entschieden. Passieren dabei Fehler? Klar! Aber ohne Fehler kein Lernen, ohne Lernen kein Fortschritt.

Interview: Christian Otto