Schulleitung: Kirsten Landgraf übernimmt

Kirsten vor der SchuleIhre Sichtweise hat sich geändert. „Wenn ich durch unsere Schule gehe“, sagt Kirsten Landgraf, „nehme ich die Dinge anders wahr.“ Wo vorher für Kirsten in erster Linie das Kind im Fokus war, sieht sie heute zusätzlich die Gemeinschaft und die Entwicklung der Lernumgebung für alle – Schüler und Schülerinnen, Lehrkräfte und Eltern. Seit dem 5. April ist Kirsten eben nicht mehr nur Lehrerin und Stufenleitung, sondern unsere neue Schulleiterin. Sie bringt dafür nicht nur ein Montessori-Diplom mit, sondern eben auch viele Jahre Erfahrung an unserer Schule.

Aus einer kommissarischen Lösung, weil zunächst eine stellvertretende Schulleiterin benötigt worden war, ist nun mit Zustimmung des Schulvorstandes und Genehmigung der Schulbehörde eine noch prominentere Rolle geworden. Kirsten hat die Nachfolge von Alexander Delport angetreten. Ihre bisherige Leitungsfunktion an der Spitze der Grundstufe 2 übernehmen bis auf Weiteres Inna Leifert und Svenja Möller. Kirsten hat bereits nach den Osterferien damit begonnen, die Dinge neu anzugehen und zu organisieren. Sie legt Wert auf klare Spielregeln und Zuständigkeiten. Wer als Pädagogin oder Pädagoge neu an das Bildungshaus kommt, soll die Chance haben, behutsam und begleitet zu beginnen. Was bisher oft aus dem Bauch heraus geschah oder aus dem Handgelenk geschüttelt werden musste, soll professioneller vorbereitet werden und damit besser gelingen.

Mit ihrem Aufrücken ist Kirsten, die bereits seit 2011 am Bildungshaus ist und sich seitdem gerne und mit Kompetenz einbringt, keinem konkreten Karriereplan gefolgt. Ihr Weg als Pädagogin von der Klassen- und Stufenleiterin bis zur Schulleitung hat sich Stück für Stück gefügt. „In den vergangenen 10 Jahren ist unsere Schule auf 16 Klassen mit mehr als 300 Schülerinnen und Schülern sehr schnell gewachsen. Und unsere Mittel- und Oberstufe mit den hausinternen Prüfungen sind eine große Herausforderung. Ich finde das spannend und gut“, sagt die bisherige Klassenlehrerin und Leiterin der Grundstufe 2. Sie wird zukünftig etwas weniger unterrichten, vorrangig delegieren und organisieren. Ihren direkten und vertrauensvollen Draht zu den Schulklassen will sie erhalten. „Die Verbindung zu unseren Schülerinnen und Schülern ist mir sehr wichtig – um diese Menschen geht es hier ja.“

Jedes Gespräch und jede Konferenz mit ihr belegt: Kirsten hört zu und achtet auf die Zwischentöne. Sie tritt überlegt, klar und deutlich auf. „Unser Bildungshaus ist extrem komplex. Natürlich kommt es da auch mal zu Reibung. Jeder bringt verschiedene Ansichten und Bedürfnisse mit an den Tisch. Wichtig ist, dass uns allen klar ist, dass wir am selben Strang ziehen“, findet die 57-Jährige. Sie muss im Dialog mit dem Schulkollegium auch unpopuläre Entscheidungen treffen und Konflikte lösen. Deshalb lautet ihr Vorsatz, mit Transparenz zu kommunizieren. Sie wünscht sich am Bildungshaus eine Gesprächskultur, die von Geduld und Verständnis geprägt ist. Das gilt in jede Richtung – im Miteinander zwischen Kollegin-nen und Kollegen sowie Eltern und Kindern.

Die neue Aufgabe bringt jede Menge Verantwortung mit sich. Trotzdem will Kirsten sich und ihrer Art treu bleiben. Die Mutter von drei volljährigen Kindern war bisher im Job die Ruhe selbst. Das soll so bleiben. Sie achtet bewusst darauf, vom Stress im Job abschalten zu können. Das beginnt bereits beim Pendeln mit dem Fahrrad zum Bildungshaus. Yoga und Gartenarbeit empfindet sie als weitere gute Wege, um bei sich zu bleiben. Im Schulalltag nimmt sich Kirsten vor: „Mein Anspruch ist es, gemeinsam mit dem Leitungsteam und den zuständigen Gremien einen konstruktiven Austausch mit allen zu führen. Insgesamt will ich eine gute Umgebung für Lehrende und Lernende schaffen.“

Text: Christian Otto